Kilimandscharo

Emu in Tansania

Der Kilimandscharo ist der höchste Berg Afrikas mit stolzen 5.895 Metern. Damit gehört der Kilimandscharo zu den 7 Summits, also den höchsten Bergen der 7 Erdkontinente. Der Kilimandscharo liegt in Tansania an der Grenze zu Kenia.

Im Dezember 2007 nahm ich an einem mehrtägigen Trekking um den Kibo auf der Machame Route teil. Ich habe mich auch an der Gipfelbesteigung versucht. Bevor das Trekking los ging, habe ich eine Safari im Tarangire Nationalpark gemacht.

Es war eine sehr bewegende, beeindruckende aber auch anstrengende Reise. Auf den folgenden Seiten berichte ich von dieser Reise, vom Land Tansania und meinen Eindrücken.

Tansania

Der Kilimandscharo liegt im Norden von Tansania, direkt an der Grenze zu Kenia. Dies verleitet viele zu denken, dass der Kilimandscharo eigentlich in Kenia liegt. Das ist falsch. Doch wo ist Tansania denn nun genau auf der Weltkarte zu suchen? Obwohl ich bereits eine Reise nach Afrika gemacht hatte und zweifelslos über Tansania geflogen bin, hatte ich vor Beginn der Reise keine echte Idee, wo ich das Land genau suchen sollte. Leider nehmen wir Mitteleuropäer, oder zumindest ich, Afrika als einen großen Brocken von Armut und Chaos war, der irgendwo südlich der Mittelmeerstaaten wie Tunesien und Ägypten beginnt und kurz vor Südafrika wieder aufhört.

Auf der folgenden Karte sieht man genau, wo Tansania liegt. Es liegt an der Ostküste von Afrika am Indischen Ozean. Die Entfernung Deutschland - Tansania beträgt ungefähr 7.000km. Das Flugzeug hat einen kleinen Bogen über Griechenland und Ägypten gemacht, bevor es dann südlich über den Sudan nach Tansania ging.


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Tansania ist ein ziemlich großes Land, denn es hat eine Fläche von rund 950.000 Quadratkilometern und ist damit rund 2,5 mal so groß wie Deutschland. Momentan wird die Einwohnerzahl auf knapp 37 Millionen geschätzt, das Land ist also relativ dünn besiedelt. Allerdings wächst die Bevölkerung extrem schnell, so stieg die Einwohnerzahl in den letzten beiden Jahren um 1 Million.

Die Hauptstadt von Tansania ist Dodoma, was mitten im Land liegt. Der Regierungssitz ist in Dar Es Salaam, direkt am Meer. Unser Flug ging direkt in das Gebiet um den Kilimandscharo im Norden des Landes. Auf der Karte unten habe ich den Gipfel mit einer kleinen Fahne markiert und den Flughafen gleich daneben mit einem Flugzeug. Auf dem Rückflug hatten wir noch eine Zwischenlandung in Dar Es Salaam, was natürlich etwas nervig war, auch wenn wir in der Maschine bleiben konnten.


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Tansania zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der durchschnittliche jährliche Verdienst liegt momentan bei ca. 350 US Dollar - wohlgemerkt pro Jahr! Dies ist natürlich enorm wenig, trotzdem muss niemand in Tansania an Hunger leiden und Tansania zählt zu den reicheren Ländern Afrikas. Jede Familie hat einen eigenen Acker und man versorgt sich selbst. Die Arbeitslosigkeit ist enorm und liegt irgendwo bei 40%. Aber auch diese Zahl muss man relativieren, denn viele Leute haben ihren eigenen Acker und sind mit dessen Bestellung auch gut ausgelastet.

Die schwierige Lage wird noch dadurch verstärkt, dass sich die Bevölkerung aus ca. 160 verschiedenen Stämmen zusammensetzt. Der wohl bekannteste Stamm sind die Masai. Die Stämme haben keine politische Macht. Das Land wird von einer demokratischen Regierung geführt und gilt als stabil. Trotzdem ist es natürlich nicht leicht einen Nationalstaat aus 160 verschiedenen Identitäten und Kulturen zu formen. Ein wichtiges Mittel ist dabei die Bildung. Jedes Kind ist verpflichtet für 7 Jahre auf eine Schule zu gehen. Die Schule ist kostenlos und man bemüht sich auch in entlegenen Gebieten Schulen bereit zustellen. Auch gibt es im ganzen Land kleine medizinische Stationen, damit zumindest die medizinische Grundversorgung für die Menschen sichergestellt ist.

Masai in traditioneller Tracht in Tansania

Das momentan größte Problem, dessen Auswirkungen noch gar nicht absehbar sind, ist AIDS. Man geht davon aus, dass ca. 6-20% (genauere Angaben hab ich nicht gefunden) der gesamten Bevölkerung infiziert sind. Dies ist eine so unfassbar große Zahl, dass man sich das gar nicht vorstellen kann. Sichtbare Auswirkungen sind aber zum Beispiel viele Waisenkinder, deren Eltern längst verstorben sind. Es gibt eine Reihe von Projekten wie Soulhood e.V., die versuchen, die Auswirkungen abzufangen.

Tansania war bis zum Ende des 1. Weltkriegs eine deutsche Kolonie. Danach war es eine Kolonie von Großbritanien, was man heute noch am Linksverkehr merkt. 1961 wurde das Land unabhängig und führte eine Art Sozialismus ein. Erst 1992 fanden echte demokratische Wahlen statt.

Wenn man diese kleine Einführung in Tansania liest, könnte man schnell zur Schlussfolgerung kommen, dass Tansania definitiv kein Land für Touristen ist. Dies wäre aber die denkbar schlechteste Schlussfolgerung, denn das Land braucht gerade den Tourismus, um mit seinen Problemen fertig zu werden. Wer also überlegt, ob er nicht etwas Geld spenden sollte oder ob er nicht lieber einen Urlaub von dem Geld machen sollte, der sollte sich definitiv für Urlaub entscheiden - Urlaub in Tansania!!!

Impfungen

Ein wichtiges Thema bei einer Reise nach Tansania ist es, sich vorher um die notwendigen Impfungen zu kümmern. Da manche Impfungen ein paar Wochen brauchen, bis sie wirken, sollte man das Thema frühzeitig angehen und nicht bis zur letzten Minute rausschieben. Man sollte sich prinzipiell gegen folgende Krankheiten impfen lassen bzw. Medikamente zur Vorbeugung mitnehmen:

Es versteht sich sicher von selbst, dass man immer gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis geimpft ist. Trotzdem ist eine Reise nach Tansania eine gute Gelegenheit zu überprüfen, wann die letzte Impfung war und diese falls nötig aufzufrischen. Diese Impfung ist kostenlos und kann von jedem Hausarzt gegeben werden. Auch wenn man sich gleich gegen 4 Sachen impfen lässt, so ist es am Ende nur eine Spritze, da es sich um ein Kombipräparat handelt.

Nicht zwingend vorgeschrieben aber stark empfohlen ist die Impfung gegen Gelbfieber. Manche afrikanische Länder verweigern sogar die Einreise, wenn man nicht entsprechend geimpft ist und aus einem gefährdeten Gebiet aus einreisen will. Falls man also plant noch einen Badeurlaub an die Reise nach Tansania anzuschließen sollte man unbedingt überprüfen, ob das Badeland eine Gelbfieberimpfung vorschreibt. Ich habe mich so oder so gegen Gelbfieber impfen lassen. Diese Impfung darf nur von ausgesuchten Ärzten durchgeführt werden und natürlich vom Gesundheitsamt. Ich war beim Gesundheitsamt und habe mir da die Spritze für knapp 30 Euro verpassen lassen. Es hat sich leider gezeigt, dass diese Impfung nicht ganz unkritisch ist, denn pünktlich nach 7 Tagen Inkubationszeit hat mich dann erst mal richtiges Fieber erwischt. Dieses war dann aber auch genauso schnell wieder vorbei, wie es gekommen ist, aber einen Tag lag ich trotzdem erst mal lang.

Über Tansania wird gesagt, dass die hygienischen Verhältnisse nicht so prall sind und man sich deshalb gegen Hepatitis (Gelbsucht) und Typhus impfen lassen soll. Man muss da aber etwas genauer hinschauen, da man sich prinzipiell nur gegen Hepatitis A und B impfen lassen kann, aber nicht gegen Hepatitis C. Mit Hepatitis A kann man sich schon über den Verzehr von Nahrungsmitteln wie Obst oder Trinkwasser infizieren. Deshalb ist solch eine Impfung sehr sinnvoll. Die Impfung besteht wiederum aus einer Spritze für ca. 50 Euro. Da die Wirkung aber erst nach ca. 4 Wochen einsetzt, sollte man es nicht verpennen und sich rechtzeitig impfen lassen. Jeder Hausarzt kann diese Impfung verabreichen. Mit Hepatitis B kann man sich prinzipiell nur durch den Austausch von Körperflüssigkeiten anstecken. Ich habe dieses Risiko für mich als gering eingeschätzt und deshalb auf diese Impfung verzichtet. Die Impfung hätte aus 3 Spritzen bestanden, wobei dies mit einer Hepatitis A Impfung kombinierbar ist. Den Preis für die Hepatitis B Impfung kenne ich nicht, aber er dürfte über 100 Euro liegen. Ansonsten kann man sich noch gegen Typhus impfen lassen. Das Problem ist aber, dass die Prophylaxe nur mit 50-60% wirkt. Deshalb habe ich auf eine entsprechende Impfung verzichtet.

Bei all der Impferei sollte man im Hinterkopf behalten, was passiert, wenn man aus irgendeinem Grund in Tansania medizinisch behandelt werden muss. Einige Reisende nehmen ihr eigenes Nadelbesteck mit, damit sie eine Infektion durch unsaubere Nadeln (zum Beispiel mit HIV) verhindern können. In solch einem Fall wäre natürlich eine Hepatitis B Impfung sinnvoll, aber auch dann kann man sich natürlich nicht gegen alle Sachen wie HIV schützen. Ich habe deshalb für mich die Devise festgelegt, mich nicht unnütz in Gefahr zu bringen, damit eine solche Behandlung nicht nötig wird. Ansonsten gilt, dass man es unter allen Umständen vermeiden sollte, sich einer medizinischen Behandlung in Tansania zu unterziehen, indem man möglichst den nächsten Flug nach Deutschland nimmt. Das geht natürlich nicht in jedem Fall und man muss mit einem gewissen Risiko leben.

Bleibt noch die Malariavorbeugung. Gegen Malaria kann man sich nicht impfen lassen. Macht man lediglich eine Kilimandscharo-Wanderung mit Ausgangspunkt in Moshi, dann ist auch keine Vorbeugung notwendig, da das Gebiet nicht von Malaria betroffen ist. Allerdings soll es schon um Arusha entsprechende Gebiete geben. Prinzipiell gibt es beim Malariaschutz zwei mögliche Strategien. Bei Strategie 1 nimmt man zunächst kein Medikament, sondern erst, wenn man die Symptome feststellt (also etwa Fieber). In diesem Fall nimmt man dann eine sehr starke Dosis, setzt sich in den nächsten Flieger und geht in Deutschland zum Arzt (bzw. ins Krankenhaus). Bei Strategie 2 nimmt man täglich ein Malariamedikament wie Malerone. Dadurch kann man den Ausbruch der Krankheit verhindern. Man muss das Medikament noch 7 Tage nach Verlassen des Malariagebiets weiter einnehmen. Allerdings habe ich einige Nebenwirkungen bei der Einnahme von Malerone festgestellt und ich würde heute eher zu Variante 1 tendieren. So hatte ich während der gesamten Einnahmezeit von Malerone Probleme mit dem Stuhlgang und eine andere Reisende hatte die gesamte Zeit Schwindelgefühle (was auf einem Berg nicht besonders cool ist). Diese Nebenwirkungen können den eigenen Körper ziemlich schwächen, was für Gipfelaspiranten sicher ein Grund ist zu Strategie 1 zu greifen. Allerdings sollte man dies nur machen, wenn man nicht noch weiter im Land rumreist. Da ich aber noch eine Safari gemacht habe, war die Anwendung von Strategie 2 sicher vernünftiger. Ansonsten sollte man natürlich versuchen sich vor Moskitostichen so gut wie möglich zu schützen. So ist es selbstverständlich, dass man ein Moskitonetz um sein Bett hat und dass man sich mit entsprechendem Stinkezeug einreibt. Die Kosten für Malerone und ähnliche Medikamente sind nicht ohne. So haben mich die Packungen für 20 Tage rund 110 Euro gekostet.

Je nach Krankenkasse kann man sich zumindest einen Teil der Kosten für die Impfungen erstatten lassen. Meine Krankenkasse hat sogar die gesamten Kosten übernommen, da alle Impfungen für Tansania empfohlen werden.

Impressionen aus Tansania

Nachdem nun die ersten beiden Kapitel doch sehr viele kritische Themen behandelt haben, sollen jetzt einmal ein paar positivere Impressionen aus Tansania im Vordergrund stehen. Was mir sehr aufgefallen ist, dass das Land sehr sauber ist. Das mag jetzt komisch klingen, denn an sich ist es recht staubig in Tansania, zumindest in der Trockenzeit. Trotzdem sah man immer wieder Menschen, die ihr Grundstück oder die Straße davor gefegt haben. Auch lag nicht so elend viel Müll rum, wie ich es schon in anderen Ländern leider sehen musste. Schön fand ich auch die bunten Gebäude. Leider hat nicht jeder Hausbesitzer das Geld, sein Haus (oder wie hier seine Tankstelle) so schön bunt zu streichen.

Tankstelle in Tansania

Da natürlich nur die wenigsten Einwohner ein eigenes Auto haben, nimmt man für längere Reisen den Bus. Ich habe sehr viele Kleinbusse gesehen. In Deutschland passen in solche Kleinbusse vielleicht 7 oder 8 Leute rein, in Tansania rund 15. Viele Busse waren sehr schön bunt bemalt und manche hatten auf der Frontscheibe teils christlich klingende Phantasienamen.

Bus in Tansania

Viele Menschen sind natürlich auch gelaufen. So war an den Straßen selbst weit außerhalb von Ortschaften eigentlich immer ein Mensch zu sehen. Auch hat man immer wieder kleine Ziegen- oder Kuhherden gesehen, die von einsamen Hirten übers Land begleitet wurden. Sehr populär scheint auch das Fahrrad zu sein. Die Fahrradfahrer waren nicht nur auf den Straßen unterwegs, sondern fuhren manchmal auch quer über Felder. Meist waren die Fahrräder, ihre Fahrer oder beide ordentlich beladen, zum Beispiel mit Trinkwasserkanistern.

Fahrrad ist ein wichtiges Fortbewegungsmittel in Tansania

Allgemein hatte ich das Gefühl, dass das Leben in Tansania an der Straße spielt und nicht so sehr in den eigenen Häusern. So gab es sehr viele kleine Manufakturen am Straßenrand, die ihre Ware direkt an der Straße ausgestellt haben. So konnte es durchaus passieren, dass direkt am Straßenrand mal eine Couch oder wie hier gezeigt Stühle standen.

Stühle am Straßenrand in Tansania

Das Ausstellen der eigenen Waren am Straßenrand nimmt natürlich auch teils etwas bizarre Formen an, so zum Beispiel, wenn man an einem Sargschreiner vorbei fährt.

neue Särge am Straßenrand in Tansania

Natürlich gab es auch Wochenmärkte in Tansania. Dort konnte man sehr viel schönes Obst und exotische Früchte finden. Auch in diesem Fall gab es keine eigentlichen Stände, sondern die Früchte wurden direkt ausgelegt, wie man unten sieht. Daneben gab es auch ein paar kleinere Läden, in denen man scheinbar andere Lebensmittel oder Snacks kaufen konnte. Da wir aber durch unsere Reise mit Vollpension versorgt waren, gab es leider keinen Grund das reichhaltige Angebot wahrzunehmen.

Markt in Tansania

Safari im Tarangire Nationalpark

Gleich zu Beginn der Reise wartete ein Höhepunkt auf mich, auf den ich mich vorher schon sehr gefreut hatte. Ich nahm an einer Safari im Tarangire Nationalpark teil. Dies war meine erste Safari und es war ein sehr tolles Erlebnis. Ich hatte Glück und konnte eine große Zahl von verschiedenen Tieren beobachten. Als Beweis habe ich natürlich viele Fotos mitgebracht.

Affe im Tarangire Nationalpark, Tansania

Tansania verfügt über eine große Anzahl von Nationalparks. Das Gebiet um den Kilimandscharo ist auch ein Nationalpark. Dort kann man aber keine Safari machen, sondern dafür sollte man lieber in den Tangarire Nationalpark fahren. Dieser Park hat eine Fläche von 2.600 Quadratkilometern. Das Gebiet ist eine ebene Savanne, die von dem Tangarire Fluss durchschnitten wird. Auf meiner Karte habe ich die Gegend um den Nationalpark mit einem Pferd gekennzeichnet, auch wenn es da keine Pferde gab.

Zebras im Tarangire Nationalpark, Tansania

Um einer Vermutung gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, die Tiere sind nicht angebunden, es gibt keine Zäune und die leben da echt. Hier sieht man eine Antilope, die sich extra für das Foto sehr schön streckt.

Antilope im Tarangire Nationalpark, Tansania

Ich hatte Glück auf der Safari und konnte an zwei Stellen Löwinnen beobachten. Das männliche Gegenstück habe ich aber nicht gesehen. Es ist ein sehr imposantes Tier, auch wenn es hier etwas unmotiviert rumsitzt.

Löwe im Tarangire Nationalpark, Tansania

Übernachtet wurde mitten im Nationalpark in der Tarangire Safari Lodge. Die Unterkunft bestand aus Zelten, in denen normale Betten standen. Hinter den Zelten schloss sich jeweils ein gemauerter Nassbereich an mit Dusche und WC. Über Zelt und Nassbereich war ein Dach, wie man auf dem Bild unten sehen kann. Die Lodge war nicht von der Umgebung abgegrenzt, alle Tiere konnten also zwischen den Zelten lang laufen. Tagsüber sieht man keine Tiere in der Lodge, aber wenn die Nacht hereinbricht darf man sein Zelt nicht mehr verlassen, damit man nicht zum Tierfutter wird. Zuerst wollte ich das nicht so recht glauben, aber als ich im Zelt liegend dann etwas knurren hörte, war ich froh, eine sehr stabile Zeltwand als Schutz zu haben.

Zeltunterkunft im Tarangire Nationalpark, Tansania

Eigentlich war es fast eine Schande, dass man nachts nicht raus durfte, denn die Nacht war sternenklar. Die Lodge steht auf einer Anhöhe über dem Tarangire Fluss. Abends, bevor es richtig dunkel war, sammelten sich am Fluss viele Tiere zum Trinken.

Nacht im Tarangire Nationalpark, Tansania

Am nächsten Tag ging die Safari weiter und ich konnte wieder sehr viele Tiere beobachten. Manchmal war es fast schon etwas beängstigend, wie nah die Tiere an die Jeeps kamen bzw. dass sie sich nicht wirklich von den Jeeps beeindrucken ließen.

Elefant im Tarangire Nationalpark, Tansania

Die Auswahl der Fotos fällt schwer und man könnte sicher mehrere Tage in solch einem Nationalpark damit verbringen, einfach nur den Tieren zuzuschauen. Hier sieht man eine Herde von Giraffen.

Giraffe im Tarangire Nationalpark, Tansania

Obwohl es den Tag zuvor geregnet hatte, war es sehr trocken und staubig und so konnte ich auch eine kleine Windhose aus Staub und Sand erleben. Man kann die Windhose im vorherigen Bild am rechten Rand im Hintergrund erkennen. Auch der Sonnenaufgang war sehr beeindruckend, denn mit Erscheinen der Sonne erwachte auch die Savanne wieder.

Sonnenuntergang im Tarangire Nationalpark, Tansania

Kilimandscharo

Der Kilimandscharo ist einer erloschener Vulkan. Soweit ich gelesen habe, gibt es keine Berichte über einen Ausbruch. Er muss also schon ziemlich lange erloschen sein. Aus der Ferne geschaut, hat der Kilimandscharo eine sehr typische Kegelform. Leider war das Wetter im Tal nie so gut, dass man den Kili mal vollständig hätte aufnehmen können. Das nächste Foto zeigt zunächst das Land am Fuße des Bergs. Wenn man genau schaut, kann man über den Wolken am oberen Bildrand die Spitze sehen des Kilimandscharo sehen. Die Aufnahme entstand ca. 30km entfernt vom Berg auf der Straße zwischen Arusha und Moshi. Während das Umland ca. 800m hoch ist und sehr flach ist, erhebt sich der Kilimandscharo an seinem höchsten Punkt 5.895m.

Kilimandscharo aus dem Umland heraus fotografiert

Schon in der Antike muss es wohl Berichte von einem Berg in Afrika gegeben haben, der angeblich schneebedeckt wäre. Dies wollte man aber nicht so richtig glauben und so entsendeten auch die Deutschen zahlreiche Expeditionen, um das näher zu untersuchen. Die Erstbesteigung gelang dem Leipziger Hans Meyer im Jahr 1889. Dies ist enorm zeitig wenn man überlegt, dass es fast noch 65 Jahre dauern sollte, bis der Mount Everest bestiegen wurde.

Zur Zeit der deutschen Kolonie hieß der Gipfel "Kaiser-Wilhelm-Spitze". Ich glaub, wenn der heute noch so heißen würde, wäre ich nicht hingefahren. Als Tansania 1961 unabhängig wurde, benannte man aber glücklicherweise den Gipfel in Uhuru Peak um, was Freiheit bedeutet. Wofür das Wort Kilimandscharo steht, ist nicht bekannt und es gibt sehr unterschiedliche Theorien.

Heute gehört der Kilimandscharo zu Tansania, ursprünglich gehörte das Gebiet im 19. Jahrhundert noch zu Kenia. Der Legende nach hatte sich der deutsche Kaiser Wilhelm I. aber bei der Queen von England, die damals über Kenia herrschte, beschwert der Berg solle doch zu Tansania gehören, da ihn schließlich auch ein Deutscher entdeckt hätte. Daraufhin schenkte die Queen ihrem Neffen dem zukünftigen deutschen Kaiser Wilhelm II. den Berg zu seinem Geburtstag 1886. Ihr Neffe hatte sie wohl noch darauf hingewiesen, dass sie ja schließlich zwei schneebedeckte Berge hätte (Mt. Kenya und Kilimandscharo), er aber keinen.

Heute hätte sich diese Streiterei sich bald erübrigt, denn wenn die globale Erderwärmung so weiter geht wie in den letzten 20 Jahren, dann wird bald kein Schnee mehr auf dem Berg liegen. Wer also wie die deutschen Kaiser wert auf einen schneebedeckten Berg legt, sollte möglichst bald nach Tansania fahren!

Kilimandscharo etwa aus 4.000m fotografiert

Logistische Herausforderung

Bis jetzt war ich es immer gewohnt, all meine Touren selbst zu organisieren und keine "professionelle" Hilfe in Anspruch zu nehmen. Für die Tansaniareise mit Kilimandscharo Trekking hatte ich aber eine Komplettreise gebucht, bei der alles von Vollpension über Safari bis hin zum Trekking bereits inklusive war. Von daher durfte ich diesmal nur zuschauen und nicht selbst organisieren.

Die logistische Herausforderung für so ein Trekking um den Kilimandscharo ist beeindruckend. Unsere Gruppe bestand aus 7 Touristen, die für 7 Tage um und auf den Kilimandscharo wandern wollten. Die Tour war ein reines Zelttrekking, übernachtet wurde also ausschließlich in Zelten und nicht in Hütten. Es gab unterwegs keine Verpflegungsmöglichkeiten. Das gesamte Essen musste mitgenommen werden bzw. Träger mussten mit frischem Essen zu der Gruppe aus dem Tal dazustoßen. Es musste aber nicht nur das Essen sondern auch 3 Liter Wasser pro Tourist pro Tag mitgenommen werden. Dies ist nötig, da man befürchtet, die Touristen würden unabgekochtes Wasser aus den Flüssen nicht vertragen. Hinzu kamen noch die Zelte sowie das persönliche Gepäck der Touristen. So durfte jeder Tourist eine Reisetasche mit bis zu 15kg (bereits inkl. Schlafsack) mitnehmen. Hinzu kam noch eine portable Luftdruckkammer, die bei akuter Höhenkrankheit zum Einsatz kommen sollte. Achja, und man sollte natürlich nicht das Essen, die Sachen und Zelte der Träger vergessen. Man kann sich leicht vorstellen, dass dies alles eine Menge Gepäck ist. Im folgenden Bild sieht man, wie unser Gepäck am Startpunkt, dem Machame Gate, auf die Träger verteilt wird.

am Machame Gate wird unser Gepäck verteilt

Summiert man das alles auf, kommt man auf mindestens eine halbe Tonne Gepäck. Laut den Richtlinien des Nationalparks darf ein Träger maximal 20kg inklusive eigenem Gepäck tragen. Bei uns ergab das knapp 30 Träger! Wir wurden also in den folgenden 7 Tagen von 30 Trägern begleitet. Hinzu kam noch der eigentliche Bergführer, sein Sohn sowie ein Hilfsführer. Die Einhaltung der Gewichtsgrenze wurde von den Parkrangern streng überwacht. Am ersten Camp wurde in Stichproben unser Gepäck nachgewogen. Einige Träger hatten tatsächlich 22kg und so musste ein weiterer Träger aus dem Tal angeheuert werden, auf den das restliche Gepäck verteilt wurde.

Gepäckwaage für Gewichtskontrollen

Der Kilimandscharo Nationalpark ist sicher eine der wichtigsten Einnahmequellen für Tansania. Deshalb wird er auch sehr gut gepflegt. So darf man lediglich an festgelegten Punkten ein Lager aufschlagen. An diesen Lagerpunkten sind auch immer Ranger, die für Ordnung sorgen. An den Eingängen zum Park stehen Wachen mit Maschinengewehren. Der Nationalpark selbst gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Will man ein Trekking im Nationalpark machen, muss man eine Gebühr bezahlen. Wie sich die Gebühren genau zusammensetzen weiß ich nicht, aber der Gesamtbetrag für unsere Gruppe war für die gesamte Zeit gut 5.000 US Dollar. Dies ist aber lediglich die Gebühr für den Nationalpark und nicht für die Träger und den Bergführer. Diese werden nochmal extra bezahlt. Ich kann leider nicht nachvollziehen, wieviel jeder Träger, der Koch oder der Bergführer bekommen hat, aber angesichts eines durchschnittlichen Jahreseinkommens von 350 US Dollar dürfte es nicht sehr viel sein. Das ist natürlich schon bedrückend, andererseits ist es für die Leute in Tansania ein sehr gut bezahlter Job und wir konnten immerhin über 30 Menschen für 1 Woche Arbeit geben, auch wenn es eine sehr harte Arbeit ist, wie man hier sieht.

das Gepäck wurde häufig auf dem Kopf getragen

Wir als Touristen mussten nichts weiter tragen als uns selbst, aber dies war auch schon anstrengend genug. Am Anfang ist dies alles sehr ungewohnt, speziell wenn man eigentlich nicht sich so viel Komfort im Urlaub gönnt. Wenn wir an einem Tagesziel ankamen, waren bereits die Zelte aufgebaut und frischer Kaffee bzw. Tee gekocht. Früh gingen wir los ohne uns um die Zelte und das Gepäck zu kümmern. Die Träger bauten alles ab und überholten uns dann noch, damit sie alles wieder vor unserer Ankunft aufbauen konnten. Auf dem nächsten Bild sieht man eines der Touristenzelte. Für die Träger gab es natürlich nicht so komfortable Zelte, die mussten sich mehrere große Zelte teilen. Man kann die Leistung der Träger eigentlich gar nicht hoch genug einschätzen. Während wir uns in unseren Hightech Klamotten ohne Gepäck den Berg hochquälten, liefen sie mit 20kg Gepäck in ausgelaufenen Schuhen und sehr schlechter Bekleidung uns davon. Auch waren sie immer extrem freundlich und zuvorkommend, was man nicht unbedingt bei diesem Knochenjob erwarten kann. Man stelle sich einfach nur mal vor, man hat einen 12 Stunden Arbeitstag hinter sich und soll dann noch anderen Leuten das Zelt aufbauen und Smalltalk führen!

Zelt auf unserer Kilimandscharo Tour

Um den Konfort weiter zu steigern, wurde ein eigenes Speisezelt mitgenommen. In diesem Zelt wurde ein Campingtisch mit Campingstühlen aufgebaut, damit man im Sitzen essen konnte. Dies war doch alles extrem unerwartet für mich. Ich hatte mit deutlich weniger Komfort gerechnet, wahrscheinlich hatte ich meine eigenen Touren per Rad im Hinterkopf. Jeden Morgen gab es zum Wachwerden erst mal einen Kaffee/Tee sowie eine Schale mit warmen Wasser für die Katzenwäsche. Nicht an jedem Lager war eine Wasserquelle in der Nähe. So mussten die Träger an manchen Lagern erst nochmal längere Wege laufen, um Wasser zum Kochen und Waschen heran zu schaffen.

Auch das Essen war eine Wucht. Jeden Abend gab es 3 Gänge mit Vorsuppe, Hauptgericht und Nachspeise. Das Hauptgericht bestand meist aus Fleisch plus Reis oder Kartoffeln und Gemüse. Als Nachspeise gab es meist frische Früchte oder süßes Gebäck wie Kekse. Zum Frühstück gab es Ei in allen möglichen und unmöglichen Varianten, warmen Toast, Honig, Haferbrei, Tee, Kaffee, usw. Wenn es zeitlich ging, gab es zum Mittagessen ebenfalls ein vollständiges 3 Gängemenü. Manchmal gab es nach Erreichen des Tagesziels noch Vesper mit leckeren Knappereien wie Nüssen oder Popcorn. Neben dem Popcorn sieht man auf dem nächsten Bild auch Servietten und eine Tischdecke auf dem Campingtisch im Essenszelt. Ja, sogar Servietten wurden mitgenommen!

Popcorn beim Camping, unglaublich!

Man muss sich das mal richtig durch den Kopf gehen lassen was es bedeutet, solch eine Infrastruktur und Versorgung für 7 Tage auf über 3.500m bereitzuhalten. Hinzu kam, dass der gesamte Müll wieder mit ins Tal genommen werden musste. Damit dies auch wirklich passiert, wurde an den Stationen der Ranger das Gewicht des Mülls protokolliert und die Bergführer waren für das Einsammeln von Müll verantwortlich, den sie unterwegs fanden. Völlig geschockt waren wir, als wir eine Gruppe gesehen haben, die auch noch ihr eigenes Klo mitgeschleppt hat. Dies ist aus meiner Sicht nun absolut unnötig, denn an jedem Camp gab es Plumpsklos und unterwegs war genug Wald bzw. großes Geröll vorhanden, hinter dem man sich hätte verstecken können. Hoffentlich mussten die Träger dieser Gruppe das Klo nicht jedesmal aufbauen, wenn einer ihrer Touristen mal musste...

extra Zelt für eigenes Klo

Machame Route

Es gibt im Kilimandscharo Nationalpark mehrere Routen, die man gehen darf. Die bekannteste ist die Marangu Route. Auf der gibt es sogar Hütten zum übernachten. Wir haben die Machame Route gewählt. Die ist dafür bekannt, dass man einen sehr schönen Blick auf das Gipfelmassiv während seiner Wanderung hat, da man einen Bogen um das Gipfelmassiv im Süden läuft.

Wie bereits erwähnt, ist die Machame Route ein reines Zelttrekking. Ausgangspunkt ist das Machame Gate, was bei ca. 1.800m liegt. Danach geht es in 7 Etappen zum Mweka Gate, was bei ca. 1.700m liegt. Als Etappe 6 kann man versuchen, den Gipfel Uhuru Peak des Kilimandscharo zu besteigen. Man muss dies aber nicht machen, doch dazu später mehr. Die folgende Karte zeigt den gesamten Weg. Ich habe für die Erstellung der Karte die folgenden GPS Daten verwendet, es kann also sein, dass ich etwas anders gelaufen bin. Naja, ich war auf alle Fälle in den gleichen Camps, von daher wird es einigermaßen stimmen.


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Das Machame Camp habe ich mit dem blauen Parkplatzzeichen ganz links auf der Karte gekennzeichnet. Die komischen Tropfen sind die einzelnen Camps. Wenn man in der Karte auf so einen Tropfen klickt, sieht man auch den Namen des Camps. Der kleine Vulkan auf der Karte kennzeichnet den Uhuru Peak, also den Gipfel mit 5.895m. Gleich daneben sieht man eine kleine Sonne. Dies ist der so genannte Stellar Point bei ca. 5.600m. Das Ende unserer Tour ist das Mweka Gate. Das habe ich in der Karte mit der Fahne gekennzeichnet.

Nach dem Trekking habe ich in einem Buch gelesen, dass man auf der Machame Route ca. 70km zurück legt. Hätte mich jemand gefragt, wie weit ich gelaufen bin, hätte ich maximal 35km geschätzt. Die höchste Übernachtung ist im Barafu Camp (pinker Tropfen) auf 4.600m. Dies ist auch der Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung, sofern man dies möchte. Auf den nun folgenden Seiten werde ich von den einzelnen Touren des Trekkings berichten, da es für eine Seite doch etwas viel geworden wäre.

Tag 1: Machame Gate - Machame Camp

Der erste Tag des eigentlichen Trekkings begann mit der Fahrt zum Machame Camp. Dort mussten wir uns registrieren, unsere Gebühren wurden bezahlt und unser Gepäck wurde auf die Träger verteilt. Kurz vor Mittag ging es dann auch schon los. Schaut man auf die Karte, so sind wir bei dem blauen Parkplatzzeichen auf ca. 1.800m gestartet und haben uns bis zum roten Tropfen auf rund 3.000m hochgekämpft.


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Am Anfang führte uns der Weg durch dichten Regenwald. Der gesamte Kilimandscharo ist mit einem Regenwaldgürtel umgeben. Selbst als wir im Machame Camp ankamen, waren die Bäume noch höher als wir, auch wenn natürlich nicht ganz so hoch wie am Machame Gate.

Regenwald am Kilimandscharo

Das Laufen ging natürlich relativ leicht, weil man auf dieser Höhe noch keine Probleme mit dem Sauerstoff hat. Trotzdem legte unser Bergführer Faustin ein langsames Tempo vor, um uns schon mal für die nächsten Tage zu gewöhnen. Unterwegs gab es dann Mittagessen. Dazu hatten die Träger den Campingtisch an einem lauschigen Platz aufgebaut und für uns gab es Lunchpakete. Leider ließen wir uns nicht genug Zeit zum Verdauen und hasteten gleich weiter. Mein Magen fand das weniger toll und verkrampfte sich dann für den restlichen Weg.

Am Nachmittag erreichten wir dann das Machame Camp und ich war eigentlich auch froh, dass es geschafft war. Immerhin hatten wir 1.200 Höhenmeter überwunden. Als Belohnung gab es einen herrlichen Sonnenuntergang, wie man weiter unten sehen kann. Die Sonne verschwand hinter dem Mount Meru, einem weiteren ehemaligen Vulkan. Die Nacht war sternenklar aber auch kalt. Man hat sofort gemerkt, dass man jetzt nicht mehr in der Savanne ist, sondern im Berg.

Sonnenuntergang Mt. Meru

Tag 2: Machame Camp - Shira Camp

Obwohl ich mir vorgenommen hatte lange zu schlafen um ordentlich Kräfte zu sammeln, war ich schon kurz nach 7 Uhr wach. Die nächsten Tage sind wir meist sogar um kurz nach 6 Uhr aufgestanden, da dann bereits die Sonne am Himmel stand. Dafür ging es aber meist gegen 21 Uhr schon in den Schlafsack. Man ist also auf ordentliche 9 Stunden Schlaf gekommen.

Am Tag 2 ging es vom Machame Camp (3.000m) hoch zum Shira Camp bei rund 3.800m. Auf der Karte sind wir vom roten Tropfen zum grünen Tropfen gelaufen.


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Unser Bergführer Faustin drückte gleich zu Beginn der Tour etwas aufs Tempo, da nicht nur ihn die dicken Wolken etwas beunruhigten. Zunächst ging der Weg durch Wald nach oben und wir konnten auch nochmal einen Blick zurück auf das Machame Camp wagen.

Blick von oben auf Machame Camp

Obwohl wir keine Mittagspause machten und uns beeilt haben, kam natürlich was kommen musste, und uns erwischte ein ordentlicher Regen. Nagut, ordentlicher Regen ist eine leichte Untertreibung, denn am Ende hagelte es sogar und der Boden war weiß bedeckt. Wir kamen trotz achsotoller (teurer) Regenkleidung alle ziemlich durchnässt am Shira Camp an und verkrochen uns mit unseren Trägern erst einmal unter einem notdürftig aufgestelltem Zeltdach. Ein weiteres Regenversteck waren die Plumpsklos.

Nachdem der ordentliche Regen vorbei war, ging es ans große Trocknen. Leider waren auch einige der Reisetaschen nass geworden, so dass auch nicht mehr alle Sachen wirklich trocken waren. Auch hatte man versucht während des Regens die Zelte aufzubauen, was natürlich zu nassen Zelten geführt hatte. Glücklicherweise kam aber nochmal die Sonne für eine Stunde raus und wir konnten zumindest die gröbsten Wasserschäden beseitigen. Den Rest trockneten wir in den nächsten Tagen.

Shira Camp nach heftigem Regen

Die Regenüberraschung hob natürlich nicht unbedingt die Motivation. Es ist natürlich blöd, wenn sowas gleich am Anfang passiert. Aber was solls, da muss man halt durch!

Tag 3: Shira Camp - Barranco Camp

Das Shira Camp liegt bereits auf 3.800 Metern und dies merkte ich auch ziemlich deutlich an einem immerwärenden Kopfschmerz. Ich sollte diesen Kopfschmerz auch in den nächsten Tagen nicht mehr los werden, er wurde sogar noch schlimmer. Der Grund für den Kopfschmerz ist natürlich die dünne Luft und damit der zu geringe Sauerstoffgehalt in der Luft und in meinem Blut. Da ich mir aber in den Kopf gesetzt hatte die Tour ohne Doping wie Kopfschmerztabletten und anderer Mittelchen zu machen (bin ja schließlich nicht bei der Tour de France), musste ich wohl oder übel damit leben.

An diesem Tag ging es vom Shira Camp (3.840m) rüber zum Barranco Camp(3.950m), also vom grünen zum gelben Tropfen. Beide Camps liegen auf ungefähr der gleichen Höhe.


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Obwohl beide Camps auf ähnlicher Höhe liegen, muss man trotzdem ordentlich Höhenmeter überwinden, da der Weg wenige Meter unter dem Lava Tower (4.600m) entlang führt. Der Lava Tower ist als Fotoapparat in der Karte markiert. Wahrscheinlich gibt es noch einen tieferen Weg, aber die Idee ist, dass man seinen Körper mit der Höhe konfrontiert, damit dieser sich schneller an sie gewöhnt. So richtig witzig empfand das mein Körper aber nicht und er ging erst mal mit einem furchtbaren Kopfschmerz auf Konfrontation mit mir. Als wir dann aber zum Barranco Camp hinab stiegen, wurde es spürbar besser und wir waren wieder Freunde.

Das schlechte Wetter hielt leider an. So durften wir lediglich am Morgen einen kurzen Blick auf das Gipfelmassiv des Kilimandscharo werfen, bevor er wieder feinsäuberlich mit Wolken verhangen wurde. Das hat aber auch den unscheinbar scharmanten Vorteil, dass man nicht sieht, wie hoch man noch klettern muss.

Blick auf den Kilimandscharo vom Shira Camp aus

Da wir nun schon auf über 4.000m herum liefen, regnete es auch nicht mehr, sondern es schneite. Dies war mir aber wesentlich lieber als der ordentliche Regen vom Vortag, da man bei Schnee wesentlich weniger durchweicht. Unsere Träger hatten tatsächlich das Essens- und Küchenzelt auf rund 4.400m noch vor dem Lava Tower aufgebaut und verköstigten uns mit einem warmen Mittagessen. Wenn der Kopfschmerz nicht gewesen wäre, dann hätte es ein richtig schöner Tag sein können.

Tag 4: Barranco Camp - Karanga Hut

Tag 4 führte uns weiter vom Barranco Camp (3.950m) zur Karanga Hut (4.000m), also vom gelben zum lila Tropfen.


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Dies war die wohl leichteste Tour, zumindest für mich. Weniger leicht war die Tour für die Träger, da wir zu Beginn zunächst die Barranco Wall hochklettern mussten. Wenn man kein großes Gepäck hat und die Hände frei sind, dann ist es ein relativ leichtes Unterfangen da hoch zu kommen. Diese Bedingungen waren bei den Trägern aber alle nicht erfüllt und so war es schon sehr beeindruckend zu sehen, wie sie sich und unser Gepäck hochschleppten.

ein Träger an der Barranco Wall

Wie jeden Morgen durften wir auch diesmal einen kurzen Blick auf das Gipfelmassiv des Kilimandscharo werfen, bevor er wieder in den Wolken verschwand. Man kann auf dem Foto sehr schön die Reste der Gletscher erkennen. Auch fällt natürlich auf, dass man wirklich von jedem Camp aus einen anderen Blick hat.

Gipfelmassiv des Kilimandscharo vom  Barranco Camp aus gesehen

Die Vegetation war auf dieser Höhe nur noch sehr spärlich. So gab es natürlich sehr viel Gras und kleine Büsche, aber kaum größere Gewächse. Trotzdem verirrte sich ab und zu eine größere Pflanze auf den Berg. Überhaupt war die Pflanzenwelt sehr beeindruckend und ich habe viele Gewächse gesehen, die ich so noch nicht kannte.

merkwürdiges Palmengewächs am Barranco Camp

Tag 5: Karanga Hut - Barafu Hut

Morgen im Karanga Camp

Die Morgende waren eigentlich immer unglaublich schön und so ist man fast freiwillig aus dem warmen Schlafsack kurz nach 6 Uhr gesprungen. Über Nacht waren die Zelte meist gefroren und die Zeltwände ganz steif. Wenn die ersten Sonnenstrahlen dann auf die Zelte trafen, fingen diese aber relativ schnell an zu tauen.

Am 5. Tag stand der Aufstieg zur Barafu Hut (4.600m) an, also vom lila zum pinken Tropfen auf der Karte. Diese Tour war wesentlich anstrengender als die Tage zuvor. Jetzt merkte man schon sehr deutlich, dass es eigentlich viel zu wenig Sauerstoff gibt und Menschen auf dieser Höhe eigentlich nichts verloren haben, zumindest nicht Flachlandtiroler wie ich. Sobald man versuchte etwas schneller zu gehen oder im jugendlichen Leichtsinn einen Sprung vollführte, wurde man mit hämmernden Kopfschmerzen bestraft.


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Es ging aber nicht allen Reisenden in der Gruppe so schlecht. Scheinbar ist die Höhenanpassung primär individuell und nicht vom Alter abhängig. Sehr interessant war, dass Leute aus unserer Gruppe ein Sauerstoffmessgerät mit hatten, mit dem man die Sauerstoffsättigung im Blut feststellen kann. Auf Meereshöhe soll man eine Sauerstoffsättigung von fast 100% haben. Unser Bergführer Faustin hatte selbst im Barafu Camp noch 95%. Die anderen in der Gruppe, denen es halbwegs gut ging, hatten eine Sättigung zwischen 80-90%. Bei mir waren es nie wesentlich mehr als 70% und bei einem weiteren Wanderer aus unserer Gruppe, dem es noch wesentlich schlechter als mir ging, waren es sogar nur 60%.

Man merkte nicht nur am fehlenden Sauerstoff, dass man inzwischen ziemlich hoch war. So gab es an der Barafu Hut kaum noch Vegetation. Die Landschaft war höchst wahrscheinlich das Geröllfeld eines Ausbruchs des Vulkan. Links und rechts vom Camp ging es etwas abwärts und man schaute in Einschnitte, die wie von Gletschern ausgeschabt aussahen. Nur, waren die Gletscher wirklich mal so enorm groß? Neben all der Unannehmlichkeiten gab es auch noch ein ganz handfestes praktisches Problem. Da der Boden nur noch aus Gestein und Geröll bestand, konnte man auch keine Heringe für das Zelt einschlagen. Unsere Träger lösten dies aber sourverän, indem sie die Zeltleinen um Steine banden.

Wir waren relativ zeitig am Camp. Diesmal war bereits gegen 19 Uhr Schlafsackruhe angesagt, da die Tour zum Gipfel mitten in der Nacht (genau genommen Mitternacht) starten sollte.

nur noch Stein und Fels im Barafu Camp

Tag 6: Barafu Hut - Uhuru Peak - High Hut

Wenn es dunkel ist oder es mir nicht gut geht, mache ich wenige Fotos. An diesem Tag waren beide Bedingungen erfüllt. Die Tour startete nachts um 1 Uhr von der Barafu Hut (4.600m) und sollte in stockfinsterer Nacht hoch zum Gipfel des Kilimandscharo - dem Uhuru Peak (5.895m) - führen. Der Gipfel ist auf der Karte mit dem kleinen Vulkan gekennzeichnet. Die Sonne ist der Stella Point (ca. 4.600m), also der Punkt den man erreicht haben soll, wenn Sonnenaufgang ist.


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Da es in der Nacht natürlich vollkommen finster ist und der Weg natürlich nicht beleuchtet wird, muss man mehrere Stunden mit Kopflampe hinter seinem Vordermann hinterher laufen. Das ist natürlich etwas ätzend, da man stundenlang einen Berg hochstolpert ohne zu sehen, was man sich da eigentlich antut. Wie schon die Tage zuvor war die Belastung natürlich enorm. Der Kopf hat bei mir beständig gehämmert und mich quälte eine unendliche Müdigkeit. Diese hatte sich ergeben, da ich die Nacht zuvor nicht schlafen konnte, da ich einfach nicht zu Ruhe kommen wollte. Normalerweise habe ich einen Ruhepuls von unter 50 Schlägen pro Minute; im Barafu Camp auf 4.600m waren es immer mehr als 90. Das kann einen in den Wahnsinn treiben. Die Müdigkeit wird natürlich noch durch den Sauerstoffmangel verstärkt. Die Folgen sind, dass man beim Laufen einschläft und die Beine wegknicken.

Mit der Zeit machte sich dann bei mir eine gewisse Panik breit, dass ich vielleicht den Gipfel erreichen würde, aber ob ich jemals lebend wieder runter käme, hielt ich doch für sehr fraglich. Deshalb entschloss ich mich dann gegen 5:30 Uhr umzukehren und den Gipfel Gipfel sein zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt muss ich mich auf ungefähr 5.300m befunden haben und ich war wohl nur noch 1-1,5h vom Stellar Point entfernt. Wie dem auch sei, als ich dann abstieg, war ich mehr als glücklich über meine Entscheidung und ich habe sie auch bis heute noch nicht bereut. Von unserer Gruppe waren insgesamt 6 Leute (plus 4 Begleiter) gestartet und 4 erreichten den Gipfel. Allerdings musste einer der Wanderer dies auch mit einem Hörsturz bezahlen. Man sieht also, dass der Kilimandscharo kein einfacher Wanderberg ist, auf den man mal so eben hochsprintet. Auch wenn der Weg technisch einfach (aber nicht ungefährlich) ist, so ist die enorme Höhe eine unwahrscheinliche Herausforderung. Wenn sich der Körper nicht vorher an die Höhe gewöhnt, hat man fast keine Chance da hoch zu kommen. Und wenn man dann auch noch Durchfall hat, kann man es eigentlich gleich vergessen.

Auf meinem Weg runter zeigte mir mein Begleiter noch die Stelle, an der sein Onkel (ebenfalls ein Bergführer) vor einigen Jahren tödlich abstürzte. Dies bestärkte mich in meiner Auffassung die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Leider konnte ich mich am Anfang nicht überwinden, meine Kamera rauszuholen und so konnte ich den sagenhaften Sonnenaufgang nur in meinem Kopf festhalten. Erst später machte ich mal ein Bild, hier zum Beispiel hoch Richtung Gipfel.

Blick hoch zum Kibo, irgendwo oberhalb vom Barafu Camp

Rückblickend kann ich sagen, dass ich sicher auch das falsche Essen mit auf meine Gipfelerstürmung mitgenommen hatte. Meine Schokoriegel waren alle tiefgefroren. Sinnvoller wäre etwas gewesen, was nicht gefrieren kann und trotzdem sofort ins Blut geht. Mein Trinken gefror allerdings nicht, obwohl ich das Wasser in einer normalen Trinkflasche hatte. Trotzdem verspürte ich keinen echten Drang, das kalte Gelumpe zu trinken und so hatte ich bis zu meiner Umkehr noch nicht mal einen halben Liter getrunken. Zur Reserve hatte ich noch Tee in einer Thermoskanne dabei. Meine allgemeine Trägheit verleitete mich aber diese nicht rauszuholen (jeder Handgriff ist eine Anstrengung in dieser Höhe), was sicher im Endeffekt auch nicht förderlich für mich war.

Sehr gefreut habe ich mich dann aber, als ich von oben wieder auf das Barafu Camp zulief. Am Tag zuvor war es mir sehr öde und karg vorgekommen. Nachdem ich nun am Berg an meine Grenze gekommen war, kam es mir wie strahlende Zivilisation vor und ich rief den Zurückgebliebenen und Umgekehrten entgegen, dass ich frische Brötchen mitgebracht hätte ;-)

Blick runter zum Barafu Camp am Morgen

Leider war es noch nicht getan mit dem Erreichen des Barafu Camp. Da die Höhe enorme gesundheitliche Gefahren birgt, muss man versuchen so tief wie nur irgendwie möglich abzusteigen. Ziel war eigentlich die Mweka Hut (3.100m, türkiser Tropfen), aber unsere Gruppe war nicht so schnell und so ließ unser Bergführer Faustin das Camp bei der High Hut auf 3.800m aufschlagen. Diese Höhe reichte aber schon, um die Kopfschmerzen vollständig verschwinden zu lassen und endlich mal wieder lebensfroh rumspringen zu können.

Tag 7: High Hut - Mweka Gate

Über Nacht hatte es auf dem Kilimandscharo geschneit und so erstrahlte dieser in einem weißem Gewand. Bis auf unsere Höhe war aber kein Schnee gefallen und so konnten wir mit sicherem Tritt den Weg runter ins Tal antreten. Wir sind oberhalb des türkisen Tropfens bei der High Hut (3.800m) losgelaufen und es ging dann für mehrere Stunden abwärts bis zum Mweka Gate auf 1.700m.


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Der Abstieg schmerzte natürlich mit der Zeit ganz schön in den Gelenken. Schlimmer war aber, dass man immer dachte, man ist gleich da. Auch wenn es natürlich die ganz Zeit abwärts geht, kann man nicht fliegen und es dauert rund 4 Stunden, bis man am Mweka Gate ist. Es lohnte sich aber auch nicht, einen Blick zurück zu werfen, da der Kilimandscharo schon wieder verhüllt war. Hier ein Bild vom Morgen, kurz bevor es zu spät war.

Blick zum verschneiten Kilimandscharo von High Hut aus

Um so tiefer wir kamen, um so dichter und vielfältiger wurde die Vegetation. Das Mweka Gate befand sich wieder mitten im Regenwald. Am Mweka Gate wartete schon unser Auto, was uns in unsere Unterkunft in Arusha zurück brachte. Für die Gipfelstürmer gab es noch eine offizielle Urkunde. Die bekam man aber nur, wenn man auch wirklich bis zum Uhuru Peak mitgegangen war. Stella Point oder andere Erhebungen zählen nicht. Am Mweka Gate mussten wir uns dann auch leider von unseren Trägern und unserem Bergführer Faustin verabschieden.

Blume am Kilimandscharo, Tansania

Vom Mweka Gate ging die Fahrt zunächst runter nach Moshi, dem Garmisch von Tansania. Die Stadt sah wesentlich schöner aus als Arusha und machte auch einen wohlhabenderen Eindruck. Wir furhen an riesigen Kaffeeplantagen vorbei und bogen dann auf die Straße Richtung Arusha ab. In der Unterkunft entäumelte ich mich natürlich erst mal und machte mich wieder zum Menschen.

Bergführer Faustin

Berführer Faustin

Man kann eine solche Wanderung natürlich nicht ohne einen Bergführer machen. Es ist, glaube ich, auch nicht erlaubt im Kilimandscharo Nationalpark ohne Führer umher zu wandern. Es gibt eine Reihe von Bergführern.

Unser Bergführer, Faustin Meela, ist sicher eine Ausnahmeerscheinung. Unsere Tour war seine 337. Kilimandscharo-Besteigung! Jawohl, dieser Mann ist bereits über 300 mal auf den Gipfel gewesen. Er macht dieses Geschäft seit mehr als 15 Jahren und ist damit einer der erfahrensten Bergführer überhaupt. Er spricht sehr gut Englisch und kann wohl auch Französisch. Wer also eine Tour selbst organisieren will, sollte versuchen, ihn zu engagieren. Er verfügt über ein sehr kompetentes Team, weiß genau welche Träger zuverlässig sind und ist auch so ein sehr netter und umgänglicher Mensch.

Alternativ kann man natürlich eine Kilimandscharo-Tour als Komplettpaket, so wie ich, buchen. Da gibt es nun einige Anbieter, aber man sollte schauen, dass auch möglichst viel des eigenen Gelds nach Tansania fließt und nicht wieder zurück in europäische Konzernzentralen geht. Ich habe meine Reise beim DAV Summit Club gebucht.

Suaheli

Wir konnten uns in Tansania sowohl in Englisch als auch teils in Deutsch verständigen. So konnte der Fahrer auf unserer Safari perfekt Deutsch und auch die Organisatoren beim Hotel in Arusha sprachen perfekt Deutsch. Mit unserem Bergführer Faustin und seinem Team haben wir uns auf Englisch verständigt. Die meisten Träger konnten zumindest die wichtigsten Worte.

Trotzdem ist man bemüht, zumindest ein paar Brocken der Landessprache aufzuschnappen. Obwohl es sehr viele verschiedene Stämme im Land gibt, sprechen doch die meisten Menschen Suaheli. Nun bin ich kein Meister des Sprachen lernens, deshalb nur mal eine sehr begrenzte Auswahl an Worten.