Kalmar

Beitrag veröffentlicht am: 2. November 2004

Am letzten Wochenende ging es zum Tagesausflug nach Kalmar. Kalmar liegt ebenfalls an der Ostsee. Es liegt etwa 120 km östlich (diesmal wirklich) von Ronneby. Kalmar hat aber auch keinen direkten Zugang zur Ostsee, denn vor Kalmar liegt die etwa 100 km lange Insel Öland. Kalmar ist mit seinen ca. 60.000 Einwohnern etwa 2 mal so groß wie Ronneby (29.000), die Stadt ist also riesig ;-) Die Stadt kann immerhin auf stolze 800 Jahre Geschichte verweisen. Eine der Hauptattraktionen ist das hier gezeigte Schloss.

Festung von Kalmar, teils Festung, teils Schloss

Man muss wissen, dass das gesamte Ostseegebiet für Jahrhunderte heiß umkämpft war von Schweden, Dänen und anderen Völkern. So wurde auch im Jahr 1676 gekämpft und bei einer dieser Schlachten sank dann das Schiff “Kronar” - es explodierte. Es war eines der Hauptschiffe der Flotte und der Untergang stellte einen herben Verlust dar. Übrigens, im Dreißigjährigen Krieg sind die Schweden bis nach Mitteldeutschland vorgedrungen. So ist in Lützen bei Halle/Weißenfels heute noch eine Gedenkstätte für König Gustav II. Adolf, der damals dort gefallen ist. Selbst der aktuelle schwedische König hat die Gedenkstätte schon besucht. Aber das nur so nebenher.

Man merkt vielleicht schon, ich war im Museum. In Kalmar gibt es ein Museum zu dem damals gesunkenem Schiff, denn 1980 entdeckte man die Überreste auf dem Grund der Ostsee vor der Südküste von Öland. Seit damals hat man bereits 80% der noch vorhandenen Gegenstände geborgen und man will nun in den nächsten Jahren auch noch die eine vollständige Seite heben.

Die Ausstellung war sehr interessant gestaltet, ich hatte ja nicht viel erwartet nach dem Wikinger Boot Desaster in Göteborg. Es waren ganze Decks nachgestaltet, so dass man durch diese durchgehen konnte. Sehr beeindruckend fand ich auch die Taucherglocke, mit der man gleich nach dem Untergang immerhin 70 Kanonen heben konnte. Wohlgemerkt bei einer Tiefe von 26 Metern und im Jahre 1676. Sehr beeindruckend, ich hätte mich nie in diese Konstruktion gewagt.

Kanone bei Festung von Kalmar

Ein weitere Ausstellung thematisierte die Besiedlung des Gebietes rund um Kalmar. Etwa vor 12.000 Jahren waren wohl die ersten Menschen hier angekommen, hauptsächlich Jäger und Sammler. Erst 2.000 Jahre später fing man an Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben. Interessant war die Begründung: Die Nahrungsquellen aus Jagd und Sammelei waren einfach zu reichhaltig und es gab keinen Grund bessere Methoden zu entwickeln. Sinngemäß stand da, dass heutzutage ein durchschnittlicher Bauarbeiter körperlich mehr leisten muss, als ein Jäger zur damaligen Zeit. Das gab mir dann doch irgendwie zu denken, 12.000 Jahre Entwicklung für die Katz…

Nun waren wir natürlich nicht nur die ganze Zeit im Museum, sondern haben uns auch die Stadt und die Festung angeschaut. Anschließend sind wir dann über eine Brücke nach Öland gefahren. Die Brücke ist immerhin 6 km lang. Auf Öland haben wir dann uns noch eine Festungsruine in der Nähe von Borgholm angeschaut. Danach mussten wir dann aber zurück. Insgesamt ein interessanter Ausflug.