Aufstieg von Kinsarvik

Während unserer ersten Wanderung hatten wir es uns recht einfach gemacht und sind mit dem Auto hoch auf die Hardangervidda gefahren. Bei der zweiten Wanderung wollten wir die Hardangervidda selbst bezwingen und liefen deshalb von Kinsarvik los. Während sich Kinsarvik auf Höhe des Meeresspiegels befindet, ist die Hardangervidda mindestens 900m hoch.

Am südöstlichen Ortsende von Kinsarvik gibt es einen Parkplatz, auf dem man das Auto abstellen kann. Man kann auch noch weiter bis zum Wasserkraftwerk, vorbei am Landeplatz des Tourihubschraubers, fahren. Dort befindet sich auch begrenzter Platz für Autos. Ab dem Wasserkraftwerk kommt man dann aber wirklich nur noch zu Fuß weiter, auch wenn es scheinbar noch eine Wirtschaftsstraße hoch zum Staudamm des Wasserkraftwerks gibt. Zu Beginn läuft man durch ein enges Tal - das Husedalen. In diesem fließt der Kinso, der sich aus diversen Zuflüssen auf der Hardangervidda speist.

Wasserkraftwerk am Kinso Fluss oberhalb von Kinsarvik

Den Aufstieg zum oberen Teil des Wasserkraftwerks kann man entweder entlang der Sturzrohre bewältigen oder man geht besagte Wirtschaftsstraße entlang. Auf dem Weg hinab empfiehlt es sich dringend die Straße zu nutzen, da das Gestein neben und unter den Rohren doch sehr rutschig ist.

Scheinbar ist das Wasserkraftwerk und die zugehörigen wunderschönen Wasserfälle ein beliebtes Ausflugsziel, denn es waren auch zahlreiche Tagesausflüger unterwegs. Laut Kartenangabe soll man in 6 Stunden bis zur Stavali Hütte gelangen können. Diese Angabe dürfte wesentlich zu niedrig sein, wenn man nicht völlig blind an den vielen spektakulären Wasserfällen vorbeirennen will. Obwohl wir länger als 6 Stunden unterwegs waren, erreichten wir die Stavali Hütte nicht. Das war aber auch nicht unser Ziel, sondern wir stiegen sogar ein Stück wieder ab, um unser Zelt direkt an einem Wasserfall aufzustellen. Der durch den Wasserfall erzeugte Biolärm war dann auch etwas anstrengend, denn er störte beim Einschlafen :-)

Kinso Fluss

Am zweiten Tag ging es dann wieder in aller Ruhe hinab zum Auto. In den beiden Tagen zeigte sich wiederum das unbeständige Wetter. So mussten wir am ersten Tag mehr als eine Stunde unter einem Felsvorsprung warten, als plötzlich ein Regenschauer mit Gewitter über uns hinwegfegte.

oberer Teil des Kinso

Auch wenn wir den Weg nicht weiter gingen, so ist der Einstieg bei Kinsarvik sehr interessant. Man kann bequem in 4 Tourtagen von Kinsarvik bis nach Eidfjord wandern. Für den Aufstieg auf den Harteigen muss man aber mindestens einen weiteren Tag einplanen. Bei einer Tour dieser Länge wird es auch fast unmöglich alle Lebensmittel mitzunehmen. Man kann sich in diesem Fall entweder in den Hütten versorgen oder man nimmt Angelzeug mit und versucht sein Glück in den zahlreichen Flüssen und Bächen.